Neuerscheinung 2002!

Sterben und Vertreibung der Deutschen im Osten

MARCO PICONE CHIODO
Sterben und Vertreibung der Deutschen im Osten 1944 - 1949

Ein 30-jähriger Mailänder studiert in München neuere Geschichte und promoviert über Italien im Zweiten Weltkrieg. Es ist MARCO PICONE CHIODO. Beim akribischen Quellenstudium für seine Doktorarbeit stößt er immer wieder auf Verbrechen, die in der Zeit von 1944 bis 1949 an Deutschen aus dem Osten verübt worden sind. Diese ihm bis dahin unbekannten grauenhaften Vorgänge lassen ihn nicht mehr los. Er schreibt darüber das Buch

"Sterben und Vertreibung der Deutschen im Osten, 1944- 1949", das er seinem Vater widmet.

In 13 Kapiteln schildert er das Sterben und den Leidensweg der Vertriebenen in den fünf Jahren aus der entmenschten Mitte des 20. Jahrhunderts. Aus der emotionslosen kritischen Distanz eines Historikers entstehen Schreckensbilder jener Zeit, die ihren
Wurzelgrund in der Schacherkonferenz von Teheran 1943 haben, als Roosevelt, Churchill und Stalin Deutschland auf dem Reißbrett zu zerstückeln begannen, wobei Churchill die einfache Lösung mit drei Streichhölzern (!) demonstrierte. Das 1. Kapitel schildert, wie die Sowjetarmeen zum ersten Male deutschen Boden betreten, wie die überstürzte Flucht der Deutschen einsetzt und wie die Greuel in Nemmersdorf möglich werden. Im 2. Kapitel wird dargelegt, wie General Guderian vergeblich versucht, Hitler von der Zurücknahme der Front angesichts zahlen- und materialmäßiger Unterlegenheit zu überzeugen. Im Abschnitt "Von der Weichsel zur Oder" kommt die am 12.1.45 beginnende Winteroffensive zur Sprache. Die dabei geschilderten Grausamkeiten und Morde an Frauen und Kindern der durch Ilja Ehrenburgs Flugblätter zum Töten aufgeforderten Soldateska, läßt dem Leser das Blut in den Adern stocken. Ein weiteres Kapitel beschreibt das Chaos der Trecks, die in Ostpreußen nach Westen unterwegs sind und immer wieder von den Sowjets überrollt werden, wobei die Flüchtenden Habe und Leben verlieren.

Die Tragödie, die sich auf dem eisbedeckten Frischen Haff abspielt und die ausweglose Lage der Bewohner Königsbergs, Danzigs und anderer Städte, wird anhand von Einzelschicksalen aufgezeigt. Die Menschen, die beim Vordringen der Roten Armee im Frühjahr 45 zwischen Oder/Neiße und EIbe zurückbleiben, sind der Willkür unentwegt ausgesetzt und leiden unter größter Not und unsäglicher Angst.

Als die Waffen zu ruhen beginnen, erwächst in den Tschechen, die während des Krieges in ihrem Land unbehelligt und wie die Maden im Speck leben konnten, ihr bis dahin zurückgehaltenes "Heldentum". Sog."Revolutionsgarden" bemächtigen sich der von den Soldaten abgelegten Waffen und morden bestialisch deutsche Zivilpersonen und waffenlose Soldaten, nachdem Beneš den Befehl zur Ausrottung und Vertreibung der Deutschen gegeben hat. Während der sog. "wilden Vertreibung" müssen Tausende schuldloser Menschen sterben, ebenso viele werden über die Grenzen ins besiegte Deutschland gejagt, ehe die Siegermächte in Potsdam anmahnen, daß die Vertreibung auf "humane" Weise vollzogen werden soll.

Über 200.000 Deutsche sterben während der Vertreibung aus dem Sudetenland, in Ostdeutschland verlieren über 16 Millionen Haus, Hof, Habe und Heimat. Diese Zahl entspricht der Einwohnerzahl von Norwegen, Schweden und Finnland zusammengenommen. Mißhandlungen und Gewalttaten, Strapazen, Epidemien, Deportationen und Hinrichtungen haben über 2,5 Mill. Menschen das Leben gekostet. Der tschechische Präsident Beneš gewährt sogar durch Dekret allen Tschechen, die geplündert, geraubt, vergewaltigt und gemordet haben, volle Amnestie, die heute noch Gültigkeit hat.

Der Autor beginnt jedes Kapitel mit einer Schilderung der strategischen Lage der kämpfenden Truppen, zeigt auf, wie nutzlos Widerspruch der Heerführer bei Hitler ist, wie die Übermacht der Sowjets mit Hilfe amerikanischen Kriegsmaterials von Sieg zu Sieg eilen und baut in die Abhandlung Einzelschicksale der Betroffenen ein. Die Quellen, die er benutzt, sind authentisch. Sie reichen von "Dokumente der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa, Bonn/München" über die Autobiografien von Guderian und Churchill bis zu den Werken von Thorwald, Sabik, Irving, De Zayas und Bacque, um nur die wichtigsten zu nennen.

Ehe man das Buch, - erschüttert -, aus der Hand legt, sollte man bedenken, daß mit dem Autor die Reihe ausländischer Historiker, die sich um eine objektive Darstellung des Kriegs- und Nachkriegsgeschehens in Deutschland bemühen, einen bedeutenden Mitstreiter gefunden hat, während die hierzulande geübte political correctness auch manchen, der es "wissen müsste", in behüteter Deckung verweilen läßt.
Hans Heimrath


Taschenbuch, Preis 15 Euro

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