E i n e   B u c h s e n s a t i o n !

 

Sidonia Dedina: „EDVARD BENEŠ – DER LIQUIDATOR" – Dämon des Genozids an den Sudetendeutschen und Totengräber der tschechoslowakischen Demokratie. Zeitgeschichtlicher Roman mit einem Vorwort von Ludek Pachmann. Hrsg. Heimatkreis Mies-Pilsen e.V. in Dinkelsbühl; ISBN 3-930 648-32-6, Preis DM 30,--; ÖS 219,00; sFr 28,--; Euro 15,30, zzgl. Versand- und Verpackungskosten.

Bezugsadresse: Heimatkreis Mies-Pilsen e.V., Postfach 127, 91542 Dinkelsbühl oder
Dr. Hans Mirtes, Eggergasse 12, 84160 Frontenhausen, e-mail: hans.mirtes@dingolfing.org

 

REZENSION:

Sidonia Dedina, in Prag geboren und seit 1966 in Deutschland lebend, legt nach jahrelangem rastlosen Quellenstudium einen zeitgeschichtlichen Roman vor.

In einem groß angelegten Rahmen, mit Rückblenden und Zeitsprüngen über ein halbes Jahrhundert, fokussiert sie eine kurze Epoche von April/Mai bis Ende Juli 1945, einhundert zwanzig Tage also, in welchen in den Böhmischen Ländern die grausamsten Massaker an Deutschen verübt wurden, ehe die Vertreiber nach den sog. Potsdamer Beschlüssen vom 2. August 1945 eine Schein-Legitimation zur planmäßigen Austreibung herbeiredeten, an die sie sich heute noch klammern.

Die Menschenfackeln in Prag, der Brünner Todesmarsch, die Morde von Vollmau, Landskron, Theresienstadt und auf der Elbebrücke in Aussig sind nur äußere Stationen des lange vorbereiteten Genozids an den Deutschen. Vielmehr reißt die Autorin einen Vorhang auf vor den satanischen Strategien des „Liquidators von Böhmen", Edvard Beneš, dessen makabre Vita mit belegten Dokumenten und mit schonungsloser Nennung seiner Zuarbeiter, Handlanger, Mitläufer, Kritiker und Feinde evident wird. Sie dokumentiert mit Tatsachenberichten deutscher Ärzte, Krankenschwestern und Antifaschisten Leiden, Folterqualen und Sterben ungezählter Schuldloser unter Kolbenhieben, Stockschlägen, Stiefeltritten und Genickschüssen eines fanatisierten Mobs.

Die Rückblenden auf die Vorkriegszeit und auf die Jahre, in denen Beneš im Londoner Exil, bezahlt aus den in der britischen Hauptstadt sicher lagernden Goldreserven der Tschechoslowakei, Leute um sich scharte, die sowohl aus ehrenwerten Patrioten wie aus Abenteurern, Intriganten und Zukurzgekommenen bestanden und die selbst ernannte Exilregierung bildeten, zeigen die wahren Hintergründe des von Beneš befohlenen Attentats auf Heydrich bis hin zur geplanten Vertreibung der Sudetendeutschen auf. Beneš`s Dämon erschwindelt sich nach Stalins Placet die Einwilligung des Westens zum Genozid, erläßt die berüchtigten Dekrete, bereitet den Boden für die kommunistische Machtergreifung selbst vor und wird so zum Totengräber der tschechoslowakischen Demokratie, die einst in Europa angetreten war, um das Vorbild Schweiz noch zu überflügeln.

Dedina hält den Leser in einer Hochspannung, die sowohl durch die rasche Folge wechselnder Rückblenden als auch durch die meisterhaft gestalteten Dialoge des Liquidators mit seiner Clique zustande kommt.

Nur die Zwielichtigen aus dieser Schar folgen dem im Mai 1945 selbst ernannten Präsidenten nach Prag. Der ehrenwerte General Lew Prchala bleibt im Exil, will Frieden mit den Vertriebenen: Zufall oder Fügung, daß er im Münchner Waldfriedhof neben dem ersten Sprecher der Sudetendeutschen, Lodgman von Auen, sein Grab hat?

Ein zeitgeschichtlicher Roman, der auch unsere Heuchler entlarvt, die am liebsten unter diese böse Geschichte einen Schlußstrich machen würden.

27.05.2000                                                                                          Hans Heimrath, OStD i. R.

 

Bezugsadresse: Heimatkreis Mies-Pilsen e.V., Postfach 127, 91542 Dinkelsbühl oder
Dr. Hans Mirtes, Eggergasse 12, 84160 Frontenhausen, e-mail: hans.mirtes@dingolfing.org