Neuerscheinung 2010!

Unvergessene Heimat Sudetenland
 

Alfred Oberwandling / Hans Mirtes (Hrsg.): Unvergessene Heimat Sudetenland – Geschichte – Kultur - Wirtschaft – Recht – Vertreibung (1945/1946)
. Sudetendeut-scher Mediendienst im Heimatkreis Mies-Pilsen e.V., Postfach 127, 91542 Dinkelsbühl – Tel. 09851/53003, Fax 09851/53004 - Herausgabe 2010, A3 Querformat, cellophanierter kartonierter Einband, 120 Seiten, 26 Karten und 38 Abbildungen, ISBN 978-3-9812414-4-0, Preis 35,00 € plus Versandkosten

 

 

Das Werk spannt einen weiten Bogen über Geschichte, Volkstum, vor allem über das Schicksal der um die 800 Jahre in „Europas unbekannter Mitte“ lebenden Deutschen und über eine oft fragwürdige Politik hinsichtlich Bürgerrechte, Eigentum, Sprache, Bildung oder sozialer Sicherheit. Es erörtert die Bedeutung des Raumes, seine wechselnde politische Zugehörigkeit neben der nationalstaatlichen Idee mit den für die Deutschen verhängnisvollen Versuchen, neue Ordnungsformen zu schaffen, die aber statt „gleichberechtigter Volksstämme“ nur große „Minderheiten“ hervorbrachten, die der Willkür eines „Staatsvolkes“ ausgeliefert waren. Eingehend beleuchtet werden Siedelgebiete und Bevölkerung. Besonderes Kartenmaterial verdeutlicht die Verbreitung der deutschen Stadt- und Bergrechte wie die Bedeutung der Industrie in den Sudetenländern, die in der einstigen Monarchie 76% ausmachte. Die deutschen Wissenschafts- und Kultureinrichtungen in Böhmen und Mähren-Schlesien, ihre Ausstrahlung auf die gesamtdeutsche, ja europäische Geisteswelt erfahren in der Erwähnung des Einflusses der Hofkanzlei Karls IV. auf die deutsche Sprachentwicklung, der genialen Baukünstler von Peter Parler bis zu den Dientzenhofers, der genetischen Entdeckungen Mendels, der Erfindungen Ressels oder Porsches sowie der Pflege der Kunst ihre besondere Würdigung. Die erste Universität nördlich der Alpen entstand in Prag (1348), ebenso die erste Technische Hochschule und ein vielfältiges Fachschulwesen in allen Landesteilen.

Der Großteil des Werkes widmet sich den Sudetendeutschen und beweist, wie die Herrschaft der Habsburger von 1526 an die staatliche Ordnung konsolidieren und nationale Gegensätze neutralisieren konnte, aber auch wie etwa die Romantik bei den Tschechen nationale Kräfte freisetzte und deren Streben nach Vormachtstellung selbst in den deutschen Gebieten begünstigte. Die nationalen Spannungen zwischen den 7,5 Millionen Tschechen und den 3,75 Millionen Deutschen verschärften sich. Tschechische Politiker waren seit der Gründung der Tschechoslowakei darauf bedacht, sich als „Staatsvolk“ einzurichten. In der euphemistisch betitelten Insel der Demokratie wandte sich der Prozess der Tschechisierung gegen alles Deutsche wie Sprache, Arbeitsplätze, Wirtschaft sowie den Besitz an Grund und Boden. Da habe das Jahr 1938 die ersehnte Revision des Unrechts von 1918 durch England, Frankreich und Italien gebracht. Hinsichtlich des Münchner Abkommens räumt das Buch mit den geläufigen Geschichtsfälschungen auf. Man erfährt von den jahrhundertealten tschechischen Bestrebungen nach „ethnischer Säuberung“, von der verlogenen Argumentation tschechischer Politiker und deren Überheblichkeit seit 1848. Die Entrechtung der Sudetendeutschen durch die Beneš-Dekrete zeigt sich als eine Folge dieser Entwicklung mit der Konfiskation allen Vermögens, der Neubesiedlung des Bodens durch Tschechen (Legionäre) und Slowaken, der Zwangsarbeit für die Deutschen, der Auflösung der deutschen Universität und der Straffreistellung von tschechischen Verbrechern für jedwede Untat an Deutschen. Gegen all dies stand das geltende Völkerrecht. Die tschechische Politik hat sich um keines seiner Gebote geschert. Das Werk listet die Opfer der Sudetendeutschen auf, desgleichen die Vermögensverluste, welche am 08. Mai 1945 19,3 Milliarden € betrugen, also mehr als der Marshallplan (ERP-Programm) an 14 europäische Staaten vergab.

Die tschechoslowakische Idee schlummerte, wie das Buch nachweist, vor allem im Ränkespiel tschechischer Politiker vom Schlage Masaryks und Beneš’, schon 1918 mit unverschämten territorialen Forderungen aufzutreten, was sich Anfang der 40-er Jahre wiederholen sollte. Die Slowakei war ja seit 1939 bereits einmal selbständig, dennoch sprach man bekanntlich von der Fortexistenz der CSR von 1918. Peinlich mutet da das Ende der (eigentlich 3.) CSR von 1992 an, da die Slowakei sich erneut vom tschechischen Teilstaat löste. Als aber die Deutschen die tschechische Unterdrückung 1938 nicht mehr ertragen wollten, hat man deren Abschied als Illoyalität, als Kriegsgrund in die Welt posaunt. Die CS-Idee hat sich schließlich in den Kürzeln CSR– CSSR– CSFR– CR (CZ) erledigt.
Der sich deutscherseits ergebende Forderungskatalog, wissenschaftlich im Auftrag der bayerischen Staatsregierung als Schirmherrin über die Sudetendeutschen erstellt, postuliert das Selbstbestimmungsrecht mit dem Recht auf die Heimat, Minderheitenschutz, Regulierung der Vermögensfragen. Als dringlichste Forderung gilt die Aufhebung der Enteignungsdekrete. Dazu gibt es Rechtsgutachten und Resolutionen von Wissenschaftlern, vom EU-Parlament und dem US-Repräsentantenhaus. Die Kopenhagener Kriterien halten fest, was die CR hätte erfüllen müssen, um in die EU aufgenommen zu werden. Sie hat dies jedoch mehrfach höhnend abgelehnt und ist trotzdem freudig in eine fragwürdige „Wertegemeinschaft“ aufgenommen worden.
Es bestehe nach wie vor die Auffassung des Sudetendeutschen Rates, dass die Sudetenfrage nicht erledigt sei, auch wenn man sie im Staat der Tschechen als für alle Zeiten gelöst betrachtet. Sie harrt noch immer ihrer Lösung.
Ernst Korn

 

 

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